Blitzschutz Online Werbung
menu  
 H O M E P A G E 
 E X P E R T E N 
 V E R B Ä N D E 
 F O R U M 
 I N F O S 
 S O F T W A R E 
 H O T L I N K S 
 F U N D S T Ü C K E 
 
 
 
suche
in Blitzschutz Online: 
 
fundstücke
 
  [ VDI - nachrichten ] 14.07.2000

Blitze bergen Gefahren für Mensch und Tier (2/3)

Blitzschlag: Elektrische Entladungen werden unterschätzt - Schutzmaßnahmen sind geboten

Wer sich bei Gewitter draußen bewegt, sollte keinesfalls auf den schönen Reim mit den Buchen hereinfallen und sich nicht nur von den Eichen fern halten. Denn alle feuchten Materialien, also gerade Bäume, aber auch Holzmasten und Mauern, explodieren bei einem Blitzeinschlag, weil das Wasser verdampft. Die Gefahrenzone um den Einschlagort hat mindestens einen Radius von 20 m. Die Schrittspannung an der Erdoberfläche kann auch Menschen gefährden, deren Füße nicht dicht nebeneinander stehen. Der VDE empfiehlt in einer 20-seitigen Broschüre, die im Internet abrufbar ist (siehe Kasten), sich im Freien hinzuhocken und die Füße eng nebeneinander zu setzen.
Sicherer ist der Aufenthalt in Gebäuden mit Blitzschutzanlagen, in Autos, Kabinen von Baumaschinen, Campingwagen, Eisenbahnfahrzeugen und Seilbahnkabinen. Die metallenen Gehäuse bilden einen Faradayschen Käfig. Im Cabrio ist die Gefahr offenbar nur geringfügig höher. Die TU München testete bei Audi künstliche Blitzeinschläge bei trockenem und nassem Verdeck. "Fast alle 80 Blitze schlugen in die Dachrahmenträger, flossen von dort über Karosserie und Reifen zum Boden ab", erklärt Audi-Pressesprecher Udo Rügheimer. In den Köpfen der Dummys wurden nur elektromagnetische Einstreuungen registriert. Doch eine Fahrt mit offenem Verdeck kann tödlich sein. ADAC und VDE warnen vor den starken Hitzeschäden, die an den Reifen entstehen können, wenn sie einen Blitz in den Boden leiten mussten. Auch kann die Bordelektronik unter starken elektromagnetischen Feldern leiden. Wer nach dem Schrecken eines Blitzeinschlags mit Höchstgeschwindigkeit weiterfährt und sich auf ABS, ESP oder elektronische Zündung verlässt, muss mit bösen Überraschungen rechnen.
 
Auf Zweirädern gibt es keinen Schutz. Wer vom Gewitter überrascht wird, sollte zu Fuß weiter und unter Brücken, in Gebäuden oder im Wald warten. Nur am Waldrand schlagen Blitze häufiger ein. Im Zelt ist man recht sicher, wenn es nicht neben Bäumen, Masten, am Waldrand oder auf Hügeln aufgebaut ist. Allerdings nur dann, wenn es metallene Zeltstangen hat und man gut isoliert auf einer trockenen Matte sitzen kann, ohne Zeltwände und Stangen zu berühren. Fiberglasstangen sind lebensgefährlich, ebenso Campingwagen ohne Metallteile im Dach. Antennen auf dem Camper sollten entfernt werden. Fernsehantennen gehören nach Ansicht des VDE auf ein mindestens 3 m entferntes Metallrohr.
Wer seinen Lieben das Tosen des Gewitters am Handy übermitteln will, muss laut VDE-Mann Hesse keine Bedenken haben. Hin und wieder wird jedoch die nächste Basisstation von einem Blitz lahm gelegt. Die Mobilfunk-Netzbetreiber versuchen dann, vorübergehend benachbarte Basisstationen zur Versorgung heranzuziehen. "Oft reicht schon ein Software-Update von der Netzüberwachungszentrale aus", berichtet Matthias Andreesen, Pressesprecher von D2-Mannesmann. Die 11 000 Basisstationen werden von 100 regionalen Netzknoten aus überwacht. Nur selten muss ein Techniker hinaus fahren, um Antennen oder Elektronikbausteine auszuwechseln. "Häufiger trifft ein Baum am Waldrand einen Antennenmast als ein Blitzeinschlag", so Andreesen. Extrem gefährdet bei Gewitter sind Golfspieler. Laut VDE ereignen sich rund ein Fünftel aller Blitzunfälle in den USA auf Golfplätzen. FRIEDHELM WEIDELICH
 
Der Blitz schlägt ein: Niemand ist vor dieser Naturgewalt mit elektrischen Entladungen geschützt, doch es gibt Schutzmaßnahmen.
 
[ weiter - Tipps zum Blitzschutz ]     [ zurück ]


© VDI - nachrichten 2000 - Ein Service von www.blitzschutz.com
zum Seitenanfang zurück