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  [ Rheinische Post - online ] 06.07.2000

Nur wenige investieren in Blitzableiter

Viel Elektronik-Schrott nach dem Unwetter / Schutz ist möglich

Von DIETER CLARIUS
 
Bei dem Unwetter am Dienstag gab es außer dem Dachstuhl-Brand noch weitere Schäden. Heftig hat der Blitz eine Büro-Etage in Langenfeld erwischt und den Server unbrauchbar gemacht. Dieses Gerät ist notwendig, wenn Computer-Netzwerke betrieben werden. Der Server muss meist Tag und Nacht laufen, um die Daten zwischen den einzelnen Rechnern zu verteilen.
 
Wenn ein Blitz einschlägt, kann der Schaden 50 000 bis 100 000 Mark betragen. Christian Urban, Systembetreuer bei B+H Startup Installation in Langenfeld kennt Schutz-Vorrichtungen. "Überspannungs-Steckdosen, die den Strom schlagartig unterbrechen, können helfen. Die Hardware ist gerettet, die nicht gesicherten Daten jedoch weg."
 
Wenn ein Blitz Fernseher, Videoanlage, Computer und Telefon in Elektronik-Schrott verwandelt oder zumindest reparaturbedürftig macht, bekommen Hausrat-Versicherungen die Rechnung. Vorbeugen können Blitzableiter, doch die sind nicht billig. Der Monheimer Elektromeister Frank Raith kennt sich damit aus. Er baut die Anlagen, die die Hochspannung gefahrlos ins Erdreich ableitet. "Vorschrift ist eine solche Einrichtung nur für öffentliche Gebäude. Auch hohe Häuser haben meistens einen oder mehrere Blitzableiter. Für Einfamilienhäuser oder Bungalows gibt es keine Verpflichtung."
 
Der geringste Widerstand
 
Nur wenige Hausbesitzer lassen die Drähte vom Dach bis ins Erdreich verlegen. "Das ist denen zu teuer. Wenn in der Nähe ein Blitz eingeschlagen hat, bekomme ich zwar viele Anfragen. Wenn die Besitzer aber hören, dass eine vernünftige Anlage mit Innen- und Außenschutz 10 000 bis 12 000 Mark kostet, dann sehe ich sie meist nicht wieder", sagt Raith.
 
"Ein Blitzableiter hätte den Schaden an dem Reihenhaus am Pfeifersbusch in Richrath verhindert", sagt Feuerwehrchef Heinz-Josef Brand aus Langenfeld, der vorgestern einen Dachstuhlbrand löschen musste. Blitzableiter können Blitze anziehen, so Brand, weil der Strom sich den Weg mit dem geringsten Widerstand aussuche, um ins Erdreich zu kommen. Darum mache es auch Sinn, höhere Gebäude mit Anlagen auszustatten.
 
Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Stadtbrandmeister in Monheim, Oswald Welereiter. Nach den letzten Gewittern hat auch der Chef von Radio Mandel in Langenfeld, Harald Mandel, viel zu tun. Überspannung in Satellitenanlagen und Hifi-Geräten, Fernseher und Videoapparaten lassen ihn kaum zur Ruhe kommen. Das letzte Gewitter bescherte ihm auf einen Schlag 20 defekte Elektronik-Geräte. Eins hat er festgestellt: "Ältere Hausratsversicherungen bieten keinen Schutz vor Überspannung. Der Kunde bleibt auf dem Schaden sitzen."


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